WOCHENENDE VILNIUS „ALL INKLUSIVE“
4 TAGE / 3 NÄCHTE
DETAILED PROGRAM
TAG 1 / VILNIUS (ANKUNFT)
Ankunft in Vilnius.
Orientierungstour Vilnius (Ankunftszeit bis 14 Uhr). Vilnius ist ein echtes Juwel mit einer Fülle verschiedenster Architekturstile. Die Altstadt mit mehr als 1.500 historischen Gebäuden ist eine der größten in Europa. Und die pastellfarbenen Fassaden, hübschen Kirchen und gepflasterten Straßen sorgen für die ganz besondere Romantik.
Und dennoch ist Vilnius, die Hauptstadt Litauens, eine kleine Stadt – wie gemacht für einen Gang über gepflasterte Straßen, verborgene Höfe und majestätische Plätze. 1323 von Großherzog Gediminas an den Ufern von Neris und Vilnia gegründet, ist Vilnius über Jahrhunderte eines der bedeutendsten Handelszentren in der baltischen Region gewesen. Auch war es Heimat der Hanse-Kaufleute, ganz zu schweigen von den vielen Invasoren, die das Land im Laufe seiner langen Geschichte besetzten: Deutsche, Polen, Russen und Schweden. Vilnius war außerdem das Hauptquartier für Napoleons Armeen, als er versuchte, Russland zu besetzen. Diese verschiedenen Nationen haben sowohl die Architektur der Stadt beeinflusst – man sieht gotische Fassaden neben Fassaden ausRenaissance, Barock oder Neoklassik – als auch ihr kulturelles und religiöses Leben. Hier stehen verschiedene katholische Kirchen mit ihren reich verzierten Fassaden und Kolonnaden, dort schlichte protestantische Kirchen mit hohen Türmen oder orthodoxe Kathedralen mit ihrer üppigen Dekoration und den Zwiebeltürmen – dieses bunte Nebeneinander ist nur einer der Gründe dafür, dass die UNESCO das historische Zentrum von Vilnius zum Weltkulturerbe erklärt hat. 2009 ist Vilnius Europäische Kulturhauptstadt gewesen – denn die Stadt ist, trotz einer gewissen Vornehmheit, lebendig und modern: ein junges, dynamisches Ambiente, was sicherlich auch der Tatsache zu verdanken ist, dass die größte Universität des Landes vor Ort ist. Jedes Jahr finden zahlreiche Messen, Theateraufführungen und Festivals in Vilnius statt.
Transfer zum Hotel.
Unterbringung.
TAG 2 / VILNIUS
Frühstück im Hotel.
Panoramatour Vilnius mit dem Bus. Während unserer kurzen Busfahrt fahren wir zur Kirche Peter und Paul, dem Hügel der drei Kreuze, und zur Gediminas Avenue, der wichtigsten Durchgangsstraße, werden wir die Gelegenheit haben, zahlreiche JugendstilHäuser zu bewundern.
Besuch eines lokalen Marktes. Wer mehr über das tägliche Leben in Litauen erfahren möchte, ist hier goldrichtig. Die Händler verkaufen eine unglaubliche Menge an Produkten: Lebensmittel wie Honig, Ingwer, rohes Fleisch, Wurst und Milchprodukte, aber auch Kleidung, traditionelle Handarbeiten, dekorative Gegenstände für das Haus, Werkzeuge und vieles mehr. Dies ist der beste Platz in der Stadt, um die Zutaten für die einheimische Küche zu ergattern – das sind vor allem Kartoffeln, Fleisch, Milch, Beeren und Pilze. Zu den lokalen Spezialitäten gehören übrigens auch Schweineohren, geräuchert oder roh!
Besuch der Peter und Paul Kirche. Diese Kirche ist ein barockes Meisterwerk und wird häufig als „Perle des Barock“ bezeichnet. Die Bauarbeiten begannen 1668 auf Befehl von Kazimierz Pac, Grand Hetman von Litauen, um mit der Kirche der Befreiung der Stadt von ihren russischen Invasoren zu gedenken. Pac ist in der Kirche mit der Inschrift „Hier ruht ein Sünder“ auf seinem Grabstein beigesetzt worden. Später hat allerdings ein Blitz den Stein getroffen. Vor allem der Innenraum der Kirche hinterlässt bleibenden Eindruck: 2.000 Statuen und Reliefs mit biblischem oder historischem Charakter, von italienischen Künstlern gearbeitet, verbreiten eine Pracht, die ihresgleichen sucht in Vilnius.
Besuch des Hügels der drei Kreuze. Zu Zeiten des Herzogs Gediminas im 14. Jahrhundert sind sieben Franziskanermönche von Heiden, die in dem Gebiet des heutigen Vilnius lebten, ermordet und zerstückelt worden. Die Mönche waren gekommen, um die Litauer zum Christentum zu bekehren. Beigesetzt wurden die Mönche auf diesem Hügel mit einer kleinen Kapelle an ihrer Seite, die später durch Kreuze ersetzt wurde. Bis 1869 standen die Kreuze oben auf dem Hügel, dann wurden sie zerstört – das zaristische Russland, das Litauen damals regierte, verbot die Rekonstruktion der Kreuze. Heimlich wurden sie 1916 nachgebaut – und 1950 auf Befehl der sowjetischen Behörden ein zweites Mal zerstört. 1989 wurden die Kreuze, die mittlerweile ein nationales Symbol waren, ein drittes Mal gebaut – aus Beton. Vom Hügel der drei Kreuze genießt man einen herrlichen Blick auf das historische Zentrum von Vilnius.
Besuch der Kathedrale von Vilnius. Die erste christliche Kirche wurde 1251 erbaut – sie sollte einen heidnischen Tempel ersetzen und an die Taufe des Königs von Litauen, Mindaugas, erinnern. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Kirche wiederholt beschädigt und musste mehrmals wieder aufgebaut werden – der Aufbau erfolgte jedes Mal in einer anderen Stilrichtung, Gotik, Renaissance, Barock, und das ein oder andere Stück hat zur Freude der Besucher sogar überlebt. Der heutigen neoklassischen Fassade aus dem späten 18. Jahrhundert liegt ein Entwurf des litauischen Architekten Laurynas Gucevičius zugrunde – der Innenraum der Kathedrale enthält viele wertvolle Fresken, Bilder, Skulpturen und Grabsteine. In der Krypta befindet sich ein kostbares Fresko aus dem späten 14. Jahrhundert: die Kreuzigung, das älteste Wandgemälde in Litauen. Die Kasimirkirche mit ihren Fresken, Stuckarbeiten und Skulpturen ist eines der kostbarsten Beispiele reifer barocker Architektur in Litauen. In einem Silbersarg aus dem 18. Jahrhundert befinden sich die sterblichen Überreste Kasimirs, Großherzog und Schutzpatron Litauens. Der äußere Glockenturm der Kathedrale wurde im 15. Jahrhundert an die Stelle gebaut, an der zuvor ein Verteidigungsturm des Unteren Schlosses gestanden hatte.
Panorama-Rundgang durch das historische Zentrum von Vilnius. Unser Rundgang beginnt an der Gediminas Allee, der wichtigsten Durchgangsstraße. Die Kathedrale von Vilnius mit ihrer beeindruckenden neoklassischen Fassade erreichen wir am Ende der Straße. Sie ist Teil des riesigen Schlosskomplexes von Vilnius, der außerdem das Obere Schloss, das Untere Schloss, den Königlichen Palastund die Arsenale umfasst. Der gesamt Komplex wird vom Gediminas Turm beherrscht, der sich vom Schlosshügel über die Altstadt erhebt. Vom Präsidentenpalast aus, der offiziellen Residenz des Präsidenten von Litauen, erreichen wir die Universität von Vilnius, die die älteste in den baltischen Staaten ist und zu der auch die katholische Johanneskirche gehört. Weiter geht es zur Renaissancekirche St. Michael und zur Kirche, die die wohl schönste Außenansicht aller Kirchen der Stadt hat, St. Anna. Die Kirche Franz von Assisi und die orthodoxe Kathedrale des Theotokos sehen wir, bevor wir uns auf der anderen Uferseite Uzupis‘Künstlerquartier zuwenden; wir sind jetzt in der Nähe der Artillerie Bastion, von wo wir einen herrlichen Panoramablick auf Vilnius genießen. Durch das Tor der Morgenröte in der Stadtmauer gelangen wir wieder in den Stadtkern. Wir kommen an der orthodoxenHeiliggeistkirche sowie der Kasimirkirche vorbei und erreichen den Rathausplatz, ein sehenswertes Beispiel für den Neoklassizismus des 18. Jahrhunderts. In der Nähe befinden sich auch das Alte Jüdische Viertel, die Choralsynagoge, die orthodoxe Nikolauskirchesowie die älteste Kirche Litauens, die katholische Nikolauskirche.
Besuch des Universität von Vilnius Geländes. 1568 von polnischen Jesuiten auf Initiative von König Stephan Bathory gegründet, war die Universität von Beginn an ein wichtiges kulturelles Zentrum in der baltischen Region. Überwiegend dem barocken Stil verschrieben, sind insbesondere die historischen Hallen und die aufwändigen Fresken sehenswert, die die Bögen und Gewölbe schmücken. Der Universitätskomplex nimmt einen ganzen Bezirk in der Altstadt ein und ist in 12 Innenhöfe unterteilt, die in den letzten vier Jahrhunderten entstanden sind. Die Johanneskirche steht auf dem größten der Höfe – sie wurde 1387 im gotischen Stil errichtet und im 18. Jahrhundert in litauischem Barock wieder neu gebaut. Mit 69 m ist der Glockenturm der Johanneskirche das höchste Gebäude in Vilnius‘ Altstadt.
Besuch der katholischen Johanneskirche. Dieser Platz auf dem Universitätsgelände war ursprünglich der einer Ende des 14. Jahrhunderts erbauten gotischen Kirche, die wiederum zuvor eine ältere Holzkirche ersetzt hatte. Im 16. Jahrhundert wurde die Kirche den Jesuiten übergeben, die sie im Renaissance-Stil und mit ihren gegenwärtigen Strukturen neu gebaut haben. Nach einem Brand erfuhr die Fassade im 18. Jahrhundert eine erneute Veränderung – dieses Mal im Barock-Stil. Der elegante Glockenturm ist mit 69 m eines der höchsten Gebäude in der Altstadt. Während der Zeit der sowjetischen Besatzung wurde der Turm zur Universitätsabteilung für Typographie umfunktioniert. Heute darf die Kirche wieder ihrer ursprünglichen, religiösen Bestimmung nachgehen und als Universitätskirche fungieren. Sie ist sowohl dem Täufer Johannes als auch dem Evangelisten Johannes gewidmet.
Besuch des Kunstzentrums für Bernstein aus dem Baltikum (Ausstellung und Verkauf). Das kleine, in der Altstadt liegende Kunstzentrum verblüfft mit einer umfangreichen Bernstein-Sammlung, auf die man bei archäologischen Ausgrabungen im alten Vilnius gestoßen ist. Bei den Exponaten handelt es sich überwiegend um Pflanzen- und Tierarten, die vor 50 Millionen Jahren in Bernstein eingeschlossen worden sind. Auch über die Rolle des Bernsteins in alten heidnischen Riten erfährt der Besucher interessante Fakten – ebenso wie über den Herstellungs- und Verarbeitungsprozess. Das Museum zeigt unterschiedlichste Farben und Formen des Bernsteins, inklusive einer Schmuckkollektion, die Sie in Erstaunen versetzen wird. Selbstverständlich werden Sie auch die Gelegenheit haben, ein Stück Bernstein aus dem Baltikum zu erwerben.
Besuch der St. Anne Kirche und des St. Bernard Klosters. Dies ist eines der schönsten architektonischen Ensembles im Alten Vilnius: die St. Anne Kirche und das benachbarte Kloster St. Bernard mit der Franz von Assisi Kirche. Die St. Anne Kirche ist ein gotisches Juwel aus dem 15. Jahrhundert. Insbesondere die Fassade ist Filigranarbeit aus rotem Backstein, Bögen und Reliefs und in den vergangenen 500 Jahren so gut wie unverändert geblieben. Der Innenraum hingegen ist der Renaissance verpflichtet. Als Napoleon auf seinem Weg nach Russland die Kirche besucht hat, soll er gesagt haben: „Ich würde diese herrliche Kirche gerne in meiner Handfläche mit nach Frankreich nehmen.“ Die Franz von Assisi Kirche geht auf das späte 15. Jahrhundert zurück – sie ist deutlich größer als die erste Kirche und sogar eines der größten gotischen Bauwerke in ganz Litauen. Auch sie ist aus rotem Backstein, wie viele andere Kirchen und Schlösser in der baltischen Region auch, die unter Einfluss der Hanse gebaut worden sind. Am Rande des Alten Vilnius und über die Vilnia hinaus gelegen, ist die Kirche mit zusätzlichen defensiven Funktionen ausgestattet – deutlich erkennbar an den Zinnen und Schießscharten – und in die Stadtmauer integriert worden. Die Sowjets funktionierten sie zu einem Warenhaus um – sobald aber Litauen seine Unabhängigkeit wiederhatte, kamen die Franziskanermönche, die heimlich geblieben waren, und halfen bei der Restaurierung.
Tour durch die Republik Uzupis. Nicht weit vom Stadtzentrum entfernt und lediglich durch die Vilnia getrennt, liegt die Republik Uzupis – der Name bedeutet „hinter dem Fluss“. Dieser Bezirk wurde von seinen Bewohnern, überwiegend Künstler mit ihren Familien, zur unabhängigen Republik erklärt – mit einer Fahne, die jede Saison ihre Farbe wechselt, einer Hymne, Pässen, einer Verfassung und sogar einem Unabhängigkeitstag am 1. April. Ein Präsident sowie ein Ministerrat komplettierten die Republik, die bis zum Zweiten Weltkrieg mehrheitlich von Juden bewohnt wurde. Nach dem Krieg verfielen die verlassenen Häuser, und während der russischen Besatzung wurde die Gegend lediglich von Herumtreibern, Kriminellen und gesellschaftlichen Außenseitern bewohnt. Als Litauen wieder unabhängig war, kamen viele Künstler zurück zu ihren Häusern, restaurierten sie und brachten frischen Wind und Kreativität mit in den Bezirk. Heute ist er voll mit Cafés, Galerien und Boutiquen. Der wichtigste Satz der Verfassung ist das « Recht, glücklich zu sein », das Motto lautet « kämpfe nicht, gewinne nicht, gebe nicht auf.“
Außenansicht der Bastion von Vilnius.
Besuch des Tors der Morgenröte. Dieses Tor aus dem 16. Jahrhundert ist das einzige von ursprünglich neun Toren in der Stadtmauer, das heute noch existiert. Zu Bauzeiten war es üblich, einige Reliquien und religiöse Objekte in oder auf die Tore einzuarbeiten, um sie vor Angriffen zu schützen und Reisende zu segnen. So sieht man oben auf dem Tor der Morgenröte eine kleine Kapelle mit dem Bild Marias, das die Einwohner von Vilnius mit Silber und Gold bereichert haben. Dem Bild wurden magische und heilende Kräfte zugeschrieben – so wurde es im Laufe der Jahre immer populärer. Der Marienkult wurde bei Katholiken und Orthodoxen schließlich so stark, dass das Bild selbst zu Zeiten sowjetischer Besatzung vor Ort blieb. Noch heute sieht man stille Verehrer das Tor herunterklettern und beten – aber auch Messen werden vor dem Bild der Maria abgehalten.
Besuch des Jüdischen Viertels in Vilnius. Seit dem 14. Jahrhundert sind Juden in Litauen ansässig. Sie waren von den toleranten Herzögen von Litauen angezogen worden. In Vilnius selbst sind Juden seit 1567 registriert. Sie durften hier allerdings keine Häuser kaufen, sondern lediglich mieten. Nach 1593, als König Sigismund III dieses Verbot aufgehoben hatte, ließen sie sich im Viertel mit den Straßen Vokietchiu (Deutsch), Zhidu (Jüdisch), Mesiniu (Fleischer) und Sv. Mykolo (St. Michael) in der Altstadt nieder. Die jüdische Bevölkerung wuchs schnell und so galt Vilnius binnen kurzem als „Das Jerusalem des Nordens“, denn es wurde bald zum führenden Zentrum der Studien des Talmudes. Die Zahl der Juden stieg auch in den nächsten Jahrhunderten weiter an: Anfang des 20. Jahrhunderts machten sie 40% der Gesamtbevölkerung von Vilnius aus. Hinzu kamen 110 Synagogen in der Stadt sowie die Strashun Bibliothek, die weltweit bedeutendste Bibliothek für Bücher in der jiddischen Sprache. Die nationalsozialistischen Besatzer richteten einen Judenrat ein sowie zwei Ghettos, beide im Jüdischen Viertel von Vilnius. Die Bevölkerung sah sich Zwangsarbeit, Ermordungen und Deportationen ausgesetzt. Die Zahl der Juden in Vilnius wurde vor dem Zweiten Weltkrieg auf 70.000 geschätzt, etwa 5% davon mögen es danach noch gewesen sein. Wir werden das ehemalige Jüdische Viertel mit seinen Pflasterstraßen und Innenhöfen sehen – mehr als 40.000 Menschen wurden von den Nazis in das Kleine Ghetto und das Große Ghetto gezwungen. Wir werden etwas erfahren über die Figur des Gaon von Vilna und wir werden sehen, wo die Große Synagoge von Vilnius und die Strashun Bibliothek gestanden haben und etwas über ihr trauriges Schicksal erfahren. Wir sehen ferner das Gebäude der Gebrüder Romm Jüdische Druckerei sowie das Gebäude des Judenrates. Unsere Tour endet vor der Choralsynagoge.
Besuch des KGB Museums. Das Museum liegt im Herzen der Stadt – in einem Gebäude, das sowohl die KGB Administration als auch – im Zweiten Weltkrieg – die Gestapo beherbergt hat. Es diente als Ort der Verwahrung und Verhöre – viele der Menschen, die nach Sibirien deportiert oder umgebracht wurden, haben zunächst Zeit in diesem Gemäuer verbracht. Heute sammelt, verwahrt, erforscht und fördert das Museum historische Materialien und Dokumente, die sich mit Form und Methode des physischen und psychischen Genozids auseinandersetzen, dem die Litauer während der Zeit der sowjetischen Besatzung ausgesetzt waren.
TAG 3 / VILNIUS – KAUNAS – PAZAISLIS – TRAKAI – VILNIUS
Frühstück im Hotel.
Abreise nach Kaunas.
Besuch des Freilichtmuseums Rumsiskes. Dieses Museum im Kaunas Reservoir Regional Park liegt direkt am Wasser in einer überwältigenden Landschaft. Mit 140 authentischen Häusern und Höfen ist es eines der größten Freilichtmuseen Europas. Die Mehrzahl der aus allen Regionen Litauens stammenden und hier ausgestellten Gebäude ist aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Viele der Bauten haben noch ihre vollständige Innenausstattung mit Werkzeugen, Möbeln und Dekoration. Die Häuser sind entweder freistehend oder zu kleinen Dörfern und Städten zusammengefasst – der Besucher lernt somit auch die Unterschiede zwischen verschiedenen Siedlungsformen kennen. Viele traditionelle Tätigkeiten werden in und vor den Häusern gezeigt und jedes Jahr finden folkloristische Veranstaltungen statt.
Panoramatour Kaunas. Diese Stadt mit reicher Vergangenheit ist zwischen den beiden Weltkriegen die Hauptstadt Litauens gewesen. Kaunas liegt am Zusammenfluss der beiden größten Flüsse Litauens, Neris und Nemunas, in der Nähe des Kaunas Reservoirs. Die strategisch günstige Lage am Schnittpunkt mehrerer Hauptverkehrswege hat bereits ab etwa 2.000 v.Chr. erste Siedlungen angelockt; die Gründung der Stadt soll 1030 erfolgt sein. Mit der Blütezeit des Handels im 15. Jahrhundert gewann Kaunas an Bedeutung und wurde im Jahr 1441 Mitglied der Hanse. Aufgrund seiner Wichtigkeit wurde Kaunas im Verlauf seiner Geschichte immer wieder angegriffen – vom Deutschen Orden, von Schweden, Russen und sogar von napoleonischen Armeen. Dessen ungeachtet ist die Stadt sehr um die Pflege ihres historischen Erbes mit zahlreichen Denkmälern und anderen bedeutenden Schauplätzen bemüht. Kaunas hat außerdem eine jüdische Vergangenheit: Vor dem Zweiten Weltkrieg machte die jüdische Gemeinde in Kaunas etwa 25 % der Bevölkerung aus.
Auf dieser Tour sehen wir den Platz der Regierung und einige der wundervollen Kirchen der Stadt – wie beispielsweise die Neobyzantinische Kirche des Erzengels Michael und Auferstehungskirche mit herrlichem Blick auf die Stadt. Nach einem Stopp auf der geschäftigen Laisves Aleja (Straße der Freiheit), der Hauptstraße in der Nähe der gotischen Gertrude Kirche, gehen wir weiter in Richtung Altstadt. Hier sehen wir die schönsten Bauten der Stadt: die Vytautaskirche, eine der ältesten Kirchen der Stadt, das gotische Haus der Perkunas, die barocke Stadthalle, das Georgskloster, die Franz Xaver Kirche sowie die Basilika der Kathedrale von Kaunas, das größte gotische Gebäude in Litauen. Schließlich werfen wir noch einen Blick auf das majestätische Schloss von Kaunas, einen erst kürzlich restaurierten Bau aus dem 14. Jahrhundert.
Besuch des Pazaislis Klosters. Dies ist der größte Klosterkomplex Litauens und das landesweit beste Beispiel für die Kunst des Barock. Erbaut wurde das Kloster im 17. Jahrhundert vom Orden der Kamaldulenser, der Entwurf stammt von italienischen Architekten. Von den russischen Behörden im 19. Jahrhundert geschlossen, wurde das Kloster später zu einer orthodoxen Kirche umfunktioniert. Als Litauen 1920 unabhängig wurde, wurde die so gut wie vollständig zerstörte Kirche an die Katholiken zurückgegeben. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzten die sowjetischen Besatzer die Kirche für verschiedene Zwecke, unter anderem als Psychiatrische Klinik und als Museum. Als Litauen 1991 seine Unabhängigkeit zurückbekam, wurde das Kloster vollständig renoviert und erneut den Katholiken übergeben. Im Sommer findet hier ein berühmtes Musikfestival statt.
Am Nachmittag: Abreise nach Trakai.
Panoramatour Trakai. Eine kurze Reise von Vilnius genügt und wir erreichen eine Gegend, die natürlich geblieben und wunderschön ist. Wir überqueren den See mit Hilfe einer Hängebrücke aus Holz und stehen vor dem mittelalterlichen Schloss Trakai. Was Ende des 14. Jahrhunderts als Erweiterung des Schlosses auf der benachbarten Halbinsel gedacht war, wurde mit einem mächtigen Burgfried, starken Mauern und Verteidigungstürmen bald selbstständig.
Besuch des Schlosses Trakai. Der Nationalpark Trakai liegt nur etwa 15 km von Vilnius entfernt – mit 200 Seen und dichten Tannen- und Birkenwäldern eine bildschöne Gegend. Aber auch die historische Bedeutung des Ortes dürfte eine Rolle gespielt haben bei der Auszeichnung als Nationalpark: Trakai war der Sitz des Großherzogtums Litauen und, im Mittelalter, zweite Landeshauptstadt. Sein beeindruckendes Schloss stammt aus dem 14. Jahrhundert und liegt auf einer kleinen Insel in der Mitte eines idyllischen Sees – die Silhouette seiner hohen, roten Backsteinmauern und schlanken Türme spiegelt sich im Wasser.
In Option: Kurze Kreuzfahrt von 30 Minuten auf dem See Galve, rund um die Burg von Trakai. Der Galve-See befindet sich im Herzen des Nationalen Historischen Parks von Trakai, der in die vorläufige Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen wurde. Er ist der größte der 32 Seen, die den Nationalpark bilden. Es hat 21 Inseln, darunter die, auf der sich die berühmte Burg Trakai befindet. Unsere kurze Kreuzfahrt ermöglicht es uns, die wundervollen Landschaften zu entdecken, den See, seine Inseln und die umliegenden dichten Wälder zu bewundern sowie einen atemberaubenden Blick auf das Schloss zu genießen.
Kostenlos – Die Innenbesichtigung der Burg Trakai kann ohne Aufpreis durch die Schifffahrt auf dem See ersetzt werden. In diesem Fall machen wir eine Außenansicht des Schlosses. Dies ist nur während der Schifffahrtssaison möglich (im Winter ist der See zugefroren).
Besuch der kleinen Ausstellung der Karäer im Schloss Trakai. Die Karäer sind eine ethnische Gruppe turksprachiger Juden, die sich auf der Halbinsel Krim niedergelassen haben. Sie lehnen den Talmud ab und akzeptieren lediglich die Bibel als Heiliges Buch. Nach einem erfolgreichen militärischen Schachzug des Großherzogs Vytautas gegen die Goldene Horde im Jahr 1397 kamen viele Karäer nach Litauen. Sie ließen sich in verschiedenen Gegenden des Herzogtums Litauen nieder, darunter auch Gebiete im heutigen Polen, in der Ukraine und in Weißrussland. Eine der größten Ansiedlungen befand sich in Trakai, wo noch heute über 250 Karäer leben. Wir werden uns eine kleine Ausstellung über diese Gemeinde anschauen und sehen neben typische Kleider, Möbel, Haushaltsgegenstände, Dokumente, Waffen u.a.m.
Außenseite der Ruinen des Schlosses auf der Halbinsel Trakai (Großes Schloss). Das Schloss wurde im 14. Jahrhundert als Verteidigungsfestung der Herzöge von Litauen gegen die Deutschen Ritter errichtet. Im 15. Jahrhundert wurde das Schloss als Herzogliche Residenz genutzt, im 16. Jahrhundert diente es als Gefängnis. Es wurde im 17. Jahrhundert im Russisch-Polnischen Krieg zerstört und nicht wiederaufgebaut. Heute sieht man noch einige der mächtigen Türme.
Rückkehr nach Vilnius.
TAG 4 / VILNIUS (ABREISE)
Frühstück im Hotel.
Transfer zum Flughafen.
Optionen (abhängig von dem Flugplan):
Panoramatour Kernave. Kernave ist eine der ältesten Siedlungen im Baltikum und von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Mehr als 10.000 Jahre lang war Kernave ständig bewohnt. Dieses herrliche Fleckchen Erde liegt am Neris – inmitten dieser geheimnisvollen Hügel in Form von Zuckerhüten haben die Litauer ihre erste Hauptstadt gegründet. Diese wurde allerdings vom Deutschen Orden 1390 zerstört. Archäologische Ausgrabungen sollen nun helfen, dem Ruhm vergangener Zeiten auf die Spur zu kommen.
Beim Gang durch diese faszinierende Hügellandschaft stößt man auf die Überreste alter Kapellen, Burgen und Friedhöfe – auch eine Kirche aus dem 19. Jahrhundert finden wir, die an den 600. Jahrestag der Bekehrung Litauens, des letzten heidnischen Staates in Europa, zum Christentum erinnert.
Besuch des geographischen Zentrums von Europa. 1989 beauftragte das französische Institut IGN (Nationales Institut für Geografie) eine Gruppe junger Geographen mit der Aufgabe, den Mittelpunkt des europäischen Kontinents so exakt wie möglich zu lokalisieren. Sämtliche Landflächen in Europa, Inseln eingeschlossen, sollten berücksichtigt werden. Die Grenzen Europas wurden folgendermaßen definiert: die Inselgruppe Spitzbergen bildete die nördliche, die Kanarischen Inseln die südliche Grenze, den östlichsten Punkt markierten die Höhen des Ural, den westlichsten die Azoren. Der geographische Mittelpunkt Europas befindet sich demnach zwischen den Ortschaften Radziuliai, Bernotai und Purnuskes, 26 km nördlich von Vilnius. Die Koordinaten 54°54’ N, 25°19’ O sind diesem Punkt zuzuordnen. Das Guinness Buch der Rekorde erkennt die von den französischen Wissenschaftlern genannte Position als realistisch und präzise an. Wir werden das Monument besuchen, das den geographischen Mittelpunkt Europas markiert: Eine Säule aus massivem Granit, die von einem goldenen Stern gekrönt wird. Die Regierung Litauens hat dieses Monument zum Nationaldenkmal erklärt.
Besuch des Europos Parkas. In der Nähe des geographischen Mittelpunkts von Europa befindet sich dieses Skulpturenmuseum. Auf einer Fläche von mehr als 55 Hektar sind über 100 Werke moderner und zeitgenössischer Bildhauerei zu sehen. Diese Werke berühmter internationaler Künstler sind in verschiedenen Größen und Materialien gearbeitet, einige davon sind massiv. Die Arbeiten liegen verstreut in einer herrlichen Landschaft aus Seen, Flüssen, Wiesen und Wäldern.
Die Reihenfolge der Besichtigungen und Ausflüge kann aufgrund der örtlichen Anforderungen geändert wird.
HOTELS
VILNIUS
3* Sup.: Panorama, Art City Inn, oder vergleichbar
4* Sup.: Crowne Plaza, Best Western, oder vergleichbar
Alle unsere Hotels befinden sich im oder in der Nähe des Stadtzentrums.






